Gernot Jennerwein
  ... Sonstige
 

Blue – Fin

 

Verloren folgt sein Blick den türkisblauen Wellen in der spielenden Lust des Windes.

Der Atem aus dunkler Tiefe streicht liebkosend über seinen zerfurchten Rücken, jagt in der Weite die Elemente des Wassers bestimmend vor sich her.

Er flüstert ihm die Geheimnisse des Universums zu und treibt die Sehnsucht dorthin zurück, wo einst ihr Ursprung lag, so wie er die Wogen seiner Träume an den Felsen des Riffes zerschlägt, dass sie dort für immer vergehen.

Silbern blitzt die Gischt des Meeres, sie zieht bald auf, als wäre das Wasser eine Wolke aus Nebel.

Einsam zieht der Albatros am Himmel, erhaben am Gestirn der Vergänglichkeit.

Seetang umschlingt den bebenden Körper, Sandkörner greifen reibend um seine Lenden.

Er öffnet seinen Mund und saugt noch einmal am Leben, hebt die Finne zum letzten Gruß.

Zärtlicher Gesang, geheimnisvoll aus der Ferne, zum Abschied und Geleit, dann schließt er die Augen für immer.

Augen, die niemals tränten.


 

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Ein toter Vogel

 

Ich hab dich fliegen sehen, dort oben am Himmel, dann bist du verbrannt. Du hast nichts gesagt, bist einfach nur heruntergefallen. Tot liegst du vor meinen Füßen, das Surren trägt dein Leben fort. Du lässt mich alleine, sagst mir nicht warum. Ich kann dich nicht vergessen, sehe nur dein Fliegen, dort oben am Himmel, neben dem Leitungsmast.

 

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